
Kein Red Dot. Kein LPVO. Kein Prism – sondern alles zugleich: Sightmarks Strikon VMP 1–4×22
Kein Red Dot. Kein LPVO. Kein Prism – sondern alles zugleich: Sightmarks Strikon VMP 1–4×22
Sightmark wurde in den USA gegründet und hat sich im Laufe der Jahre einen Namen gemacht als Hersteller von Preis‑leistungs‑starken Waffenoptiken für Jagd, Sport und taktischen Einsatz. Ursprünglich bekannt durch einfache und robuste Rotpunktvisiere, entwickelte sich die Marke Schritt für Schritt weiter — hin zu einem breiten Portfolio mit Red Dots, Prismensichtgeräten, Zielfernrohren und Wärme-/Nachtsichtgeräten.
So gelang es Sightmark, sich im Markt zu positionieren als Anbieter von Optiken mit solidem Funktionsumfang und einem sehr wettbewerbsfähigen Preis‑Leistungs‑Verhältnis — ideal für ambitionierte Sport- und Praxisnutzer, aber auch für Jäger oder Sicherheitskräfte mit begrenztem Budget.
Mit der Vorstellung der Strikon‑Serie öffnet Sightmark nun die nächste Tür: weg von rein starren, einfachen Visieren — hin zu variablen, prismatischen Zielfernrohren, die die Anforderungen moderner Dynamik‑Plattformen (z. B. AR‑Plattformen, Carbine‑Setups) abdecken.
Konzept und Einsatzzweck der Strikon VMP 1–4×22
Die Strikon VMP 1–4×22 SFP Fiber zielt bewusst darauf ab, zwei eigentlich konkurrierende Welten zu verbinden: die Geschwindigkeit eines Red Dot bei Nahdistanzen und die Präzision sowie Reichweite einer Low Power Variable Optic (LPVO) auf mittlere Distanz.
Insbesondere für Anwender im Bereich Praktisches Schießen (z. B. 3‑Gun), taktische Szenarien, Selbstverteidigung oder Verteidigung von Grundstücken bzw. Tieren (z. B. bei Weide‑ oder Hofschutz) ergibt sich damit eine hohe Attraktivität. Aber auch Jäger oder Nutzer von Patrol-/Carbine‑Gewehren, die eine universelle Optik mit guter Alltagstauglichkeit suchen, gehören zur Zielgruppe. 
Technische Umsetzung: Prismensystem, Reticle und Ergonomie
Dass die Strikon VMP kein klassisches Glas‑Zielfernrohr ist, erkennt man sofort am prismenbasierten Aufbau. Statt eines langen optischen Weges mit Erector‑System nutzt Sightmark ein Glasprisma — das erlaubt ein kompakteres, kürzeres und robusteres Gehäuse. Diese Bauweise bringt klare Vorteile: das Sichtfeld bleibt hell und kontrastreich, mit minimaler Verzerrung bis zum Rand — ideal für schnelle Zielaufnahme und reduziertem „Tunnelblick“.
Das Absehen (Reticle) vom Typ CRF‑4 MIL liegt im zweiten Bildfeld (Second Focal Plane, SFP) und behält damit seine Dimension über den gesamten Vergrößerungsbereich. Das heißt: Ob 1× oder 4× — das Absehen bleibt gleich groß, was intuitive Haltepunkte bei schnellen Schüssen erlaubt und gleichzeitig Übersicht bei mittlerer Distanz gewährleistet.
Interessant: die Retikelmitte ist „fiber‑illuminated“, also mittels Lichtleiter beleuchtet, und das System bietet insgesamt 11 Helligkeitsstufen — neun für Tageslicht, zwei davon speziell für den Einsatz mit Nachtsichtgeräten (NV). Somit bleibt das Absehen auch bei Dämmerung oder künstlichem Licht ablesbar.
Die Optik nutzt ein festes (nicht erektorbasiertes) Prisma, Offset‑ oder Piggyback‑Montage auf Basis des weit verbreiteten Aimpoint® Micro Footprints ist problemlos möglich — ideal, wenn man zusätzlich ein Red Dot montieren möchte.
Zudem sind einfache, handverstellbare, flache (low‑profile) Türme für Höheneinstellung (Elevation) und Seitenverstellung (Windage) verbaut — jeweils mit 0,1 MIL Klickwert und einem Verstellbereich von ± 23 MIL.
Der Vergrößerungsbereich von 1× bis 4× erlaubt schnelles „both‑eyes‑open“-Schießen wie mit einem Kolimator bei Nahdistanz, ergänzt durch die Möglichkeit, auf mittlere Distanzen mit 4× gezielt zu arbeiten. Die Sichtweite bei 100 m liegt laut Herstellerangaben zwischen etwa 40,7 m (bei 1×) und 4,0 m (bei 4×) Sichtfeldbreite.
Augenabstand und Austrittspupille bleiben über den Zoombereich ausreichend komfortabel; der Austrittspupillendurchmesser bewegt sich zwischen 11 und etwa 5,5 mm, der Augenabstand zwischen etwa 100 und 90 mm. 
Robustheit, Bauweise und Ausstattung
Sightmark verbaut das Gehäuse aus 6061‑T6 Flugzeugaluminium. Die ganze Optik ist robust, kompakt (Länge ca. 148 mm) und relativ leicht (mit Montage etwa 530 g) – beides Merkmale, die für AR‑Plattformen und Carbine‑Setups ideal sind.
Die Linsen sind voll mehrfach vergütet (fully multi-coated), was eine hohe Lichttransmission und kontrastreiche Bilder gewährleisten soll — gerade bei wechselnden Lichtverhältnissen oder Dämmerung ein wichtiger Faktor.
Die Optik verfügt über eine sogenannte „Shake‑Awake“-Technologie: nach etwa 10 Minuten Inaktivität geht die Beleuchtung in Standby, bei Bewegung erwacht sie automatisch — Batterielebensdauer wird so geschont.
Sie ist zudem gegen Wasser, Staub und Nebel abgedichtet (IP67), stickstoffgefüllt, schock‑ und beschlagssicher — und hält Rückschläge bis .308 Kaliber stand — somit ist sie für die meisten gängigen modernen Sport-, Jagd- oder Dienst‑Carabines mehr als ausreichend robust.
Im Lieferumfang enthalten sind — neben der Optik mit vormontierter Aimpoint‑Montage — mehrere Risers (für unterschiedliche Montagehöhen), ein Honeycomb‑ (Anti‑Reflex‑)Filter, große und kleine Throw‑Levers für die Zoomverstellung, Montageschrauben, T15‑Torx‑Schlüssel, ein Turret‑Werkzeug, Abdeckung für Objektiv und Okular, CR2032‑Batterie, Linsenreinigungstuch und Bedienungsanleitung.
Damit ist die Strikon VMP 1–4×22 von Haus aus „out-of-the-box“ einsatzbereit — ohne dass zusätzliche Adapter oder Zubehör nötig wären.
Praxis und Zielgruppen – wann macht die Strikon VMP besonders Sinn
Durch ihre Kombination aus Kompaktheit, variablem Zoom und prismenbasierter Optik richtet sich die Strikon VMP an Nutzer, die eine universelle Optik für wechselnde Szenarien suchen — z. B.:
Dynamisches Schießen und Disziplinen wie 3‑Gun, bei denen schnelle Zielaufnahme und Wechsel von Nah‑ zu Mittel‑Distanz wichtig sind, oder
Defensive / Einsatz‑Carbines (Patrol‑Flinten, AR‑Carbines) — dort, wo sowohl CQB‑Eignung als auch solide Präzision auf mittlere Distanzen gefragt sind; oder
Jagd- oder Allround‑Rifles, bei denen man eine leichte, robuste Optik mit ausreichender Vergrößerung und guter Alltagstauglichkeit sucht.
Ein besonderer Vorteil der prismenbasierten Strikon VMP liegt in der Abbildung des Retikels: Durch die feste Fokusebene und die optische Kompaktheit profitieren besonders Schützen mit Hornhautverkrümmung (Astigmatismus). Das Absehen bleibt trotz individueller Sehschwächen klar und scharf erkennbar, was die Zielaufnahme und Präzision deutlich erleichtert — ein Pluspunkt, den klassische Red Dots oder manche LPVOs so nicht bieten.
Gerade für jene, die schnelle Zielerfassung bevorzugen, sieht man weniger Nachteile gegenüber klassischen LPVOs. Durch das prismatische Layout, das großzügige Sichtfeld und die konstante Retikelgröße bleibt das Handling intuitiv, quasi wie mit einem Red Dot – und dennoch ist eine 4×‑Vergrößerung für präzisere Schüsse verfügbar.
Einschätzung und redaktionelles Urteil
Die Strikon VMP 1–4×22 SFP Fiber ist kein High‑End‑LPVO mit edelsten Gläsern und allumfassender Präzisionsnachführung — sie ist bewusst als pragmatische, robuste und vielseitige Allzweck‑Optik konzipiert. Für ihren Zweck liefert sie nach Datenlage und Ausstattung ein überzeugendes Paket: kompakt, robust, optisch klar und mit einem sehr praxisnahen Reticle‑Konzept.
Gerade für Nutzer, die ein solides Optik‑Setup wollen, ohne gleich Unsummen zu investieren, bietet sie eine überzeugende Alternative: schnell am Ziel, zielsicher auf mittlere Distanz, und zuverlässig auch unter härteren Bedingungen. Für Alltag, Sport oder Dienst hat sie damit gute Karten.
Fazit
Mit der Strikon VMP 1–4×22 SFP Fiber beweist Sightmark, dass sie ihre Erfahrung mit preis‑ und leistungseffizienten Optiken nicht nur konservativ weiterführen, sondern auch modern interpretieren können.
Die Optik verbindet die Agilität eines Red Dots mit der Reichweite und Präzision eines LPVO — kompakt, robust und alltagstauglich. Für Schützen, die Wert auf Vielseitigkeit, zügige Zielaufnahme und solide Leistungsfähigkeit legen, ist die VMP eine sehr gelungene, praxisnahe Lösung.
Für ambitionierte Schützen, die höchste Glasqualität oder maximale Präzision bei großen Entfernungen suchen, mag sie nicht die erste Wahl sein — doch im Segment der schnellen, taktischen oder praktischen Anwendungen sticht sie mit ihrem Preis‑Leistungs‑Verhältnis und universellen Einsatzprofil klar hervor.
Sightmark im World Wide Web
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