
Ein neues Kapitel für die Dienstpistole der Bundeswehr – Die CZ P13 im Fokus
Ein neues Kapitel für die Dienstpistole der Bundeswehr – Die CZ P13 im Fokus
Seit der Gründung von Česká zbrojovka (CZ) im Jahr 1936 hat sich das tschechische Unternehmen vom klassischen Kleinwaffenproduzenten zum globalen Akteur in der militärischen und polizeilichen Bewaffnung entwickelt.
Mit innovativen Designs, solider Fertigungsqualität und einer breiten internationalen Kundenbasis – von Skandinavien bis Südeuropa – gilt CZ heute als einer der profiliertesten Hersteller moderner Feuerwaffen.
In den letzten Jahren hat die Marke ihren Einfluss besonders im Bereich der Striker-Fire-Pistolen ausgebaut und so verstärkt auch Exportaufträge von Streitkräften und Behörden rund um den Globus erhalten. Mit der jüngsten Vergabe an die Bundeswehr für die neue Dienstpistole P13 gelingt CZ einer der größten Aufträge in der Firmengeschichte. 
Von der P8 zur P13 – Ein Generationenwechsel bei der Bundeswehr
Seit Mitte der 1990er-Jahre stellt die Heckler & Koch P8, eine Weiterentwicklung der HK-USP, die Standard-Dienstpistole der Bundeswehr. Die P8 hat sich über Jahrzehnte als zuverlässige, robuste Seitenwaffe bewährt, doch die Anforderungen moderner Einsatzkräfte haben sich verändert: Modularität, Ergonomie und die Möglichkeit zur Anbindung optischer Zielhilfen stehen heute im Fokus. Vor diesem Hintergrund begann die Bundeswehr 2024 mit dem Beschaffungsprojekt „Pistole querschnittlich“, um ein zeitgemäßes Modell als Nachfolger zu etablieren.
Im Zuge dieser internationalen Ausschreibung setzte sich CZ mit ihrem P-10 C OR-basierten Entwurf durch; die Waffe erhält im Bundeswehr-Kontext die Bezeichnung P13. Neben CZ standen auch Glock (Österreich) und Arex Defense (Slowenien) im Wettbewerb, zuvor soll sich sogar Heckler & Koch an dem Verfahren beteiligt haben.
Im Rahmen dieser Ausschreibung setzte sich CZ mit ihrer P-10 C OR-basierten Lösung durch. Den Auftrag erhielt die POL-TEC GmbH & Co. KG als deutscher Vertriebspartner von CZ, der die Lieferung, Integration sowie das zugehörige Tragesystem verantwortet. Ausschlaggebend waren technische Eignung und das Kosten-Nutzen-Verhältnis.
Stückzahlen und Kosten: Umfangreiches Beschaffungsprogramm
Die Beschaffung der CZ P13 erfolgt in mehreren Losen über einen Rahmenvertrag. Dieser sieht bis zu 203.000 Pistolen der P13-Konfiguration im Gesamtvolumen von bis zu etwa 56 Millionen Euro vor. In der ersten Phase wurde ein Abruf über 65.000 Pistolen inklusive Zubehör und Leistungen beauftragt, was ein Auftragsvolumen von rund 19 Millionen Euro umfasst.
Damit liegt der Stückpreis in der Erstbestellung – bezogen auf Waffe, Zubehör und Leistungen – im niedrigen bis mittleren dreistelligen Bereich je Einheit, was unter dem Preisniveau vieler vergleichbarer Dienstpistolen liegt und ein zentrales Argument im Ausschreibungsverfahren war. 
Technik und Design: Was macht die P13 aus?
Die CZ P13 ist eine striker-gefeuerte, polymergerahmte Dienstpistole im Kaliber 9 × 19 mm Parabellum, ausgelegt für den robusten militärischen Einsatz. Zu den zentralen Merkmalen zählen:
Striker-Fire-Abzugssystem: Einheitlicher Abzugswiderstand über den gesamten Schusszyklus für konsistente Handhabung.
Optics-Ready-Konzept (OR): Ermöglicht die direkte Montage von Reflexvisierungen ohne zusätzliche Adapterplatten – ein Vorteil in modernen Einsatzszenarien.
Ergonomie & Modularität: Austauschbare Backstraps, intensives Grifftextur-Design und Picatinny-Schiene zur Aufnahme taktischer Module.
Standardmagazin: 15 Schuss, wie bei der Vorgängerwaffe P8, jedoch in einem ergonomisch moderneren System.
Herstellerseitig basiert die P13 auf der bewährten Plattform der CZ P-10 C OR, die in zahlreichen europäischen Sicherheitskräften im Einsatz ist und sich in Zivil- und Behördenkreisen einen Ruf für Zuverlässigkeit und gute Handlage erworben hat. 
Beschaffung, Kritikpunkte und Debatten im Kontext
Die Entscheidung für CZ statt eines heimischen Herstellers wie Heckler & Koch sorgte in Deutschland für kontroverse Diskussionen. Während Befürworter argumentieren, dass die Entscheidung auf objektiven Beschaffungs- und Leistungsparametern basiert, monieren Kritiker, dass ein großer Militärausrüster des eigenen Landes beim wichtigen Systempistolengeschäft leer ausgehe und damit technologische Kompetenzen sowie industrielle Wertschöpfung verloren gingen.
Zudem wurde hinterfragt, ob die Bundeswehr angesichts gestiegener sicherheitspolitischer Herausforderungen nicht auf eine Bewaffnung setzen sollte, die bereits vielfach im NATO-Einsatzbewährt ist, ohne zusätzliche extern-wirtschaftliche Abhängigkeiten zu schaffen. Befürworter halten dagegen, dass CZ-Systeme in zahlreichen Verbänden ihre Einsatz- und Überlebensfähigkeit unter Beweis gestellt hätten und dass technische Modernität und Kostenkontrolle oberste Priorität sein müssten.
Zivile Varianten & Performance im Alltag
Abseits des militärischen Marktes ist die CZ P-10-Familie seit Jahren im zivilen Bereich populär. Modelle wie die P-10 C (inkl. OR-Varianten) genießen einen Ruf für gute Ergonomie, niedrige Bore-Axis-Geometrie und wiederholbar präzisen Abzug. Diese Eigenschaften fließen in die militärische P13-Ausführung ein, ergänzt durch verstärkte Komponenten und ein militärisches Finish in Flat Dark Earth. 
Fazit: Ein Schritt in die moderne Pistolenära
Die Einführung der CZ P13 markiert einen klaren Bruch mit traditionellen deutschen Dienstpistolen-Designs zugunsten einer modularen, optik-freundlichen und ergonomisch ausgefeilten Plattform.
Technisch erfüllt die P13 die Erwartungen an eine moderne Seitenwaffe und rückt die Bundeswehr in eine Reihe mit zahlreichen europäischen Partnerstreitkräften, die ähnliche Systeme eingeführt haben. Zugleich bleibt die Debatte um Industriepolitik und nationale Beschaffungsstrategien lebhaft.
Mit einem klar strukturierten Beschaffungsprogramm, das über 200.000 Einheiten und ein Auftragsvolumen von mehreren Dutzend Millionen Euro umfasst, stellt die P13 ein langfristiges Investitionsprojekt dar. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese pistolenbasierte Schützenwaffe im Einsatz bewährt und welche Lehren aus der Implementierung gezogen werden.
Bundeswehr Lexikon
CZ P13 Video
CZ im World Wide Web
Website: https://www.czfirearms.com/
Facebook: https://www.facebook.com/CZfirearms/
Instagram: https://www.instagram.com/czguns/
Youtube: https://www.youtube.com/user/CeskaZbrojovkaUB
