Benellis Drohnenjäger: Die M4 A.I. Drone Guardian im Gegenangriff

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Benellis Drohnenjäger: Die M4 A.I. Drone Guardian im Gegenangriff


Benelli Armi SpA ist ein Traditionsunternehmen aus Urbino (Italien) mit Wurzeln bis ins Jahr 1967. Berühmt geworden durch ihre Innovationen im Bereich halbautomatischer Flinten, setzte Benelli früh auf Gas-Systeme mit Kurzhub-Zylindern – etwa das A.R.G.O.-System – und hat so in Jagd, Sport und Militär Fuß gefasst.

Ein besonders ikonisches Modell ist die Benelli M4 (auch bekannt als M1014 in den USA), eine halbautomatische Flinte, die seit den frühen 2000er-Jahren in Militäreinheiten eingesetzt wird. Ihre Robustheit, Zuverlässigkeit unter extremen Bedingungen und das bewährte Gasladesystem machten die M4 zu einen Liebling bei professionellen Nutzer.

Mit der M4 A.I. Drone Guardian beschreitet Benelli nun einen neuen Pfad: dieselbe bewährte Plattform, aber adaptiert für eine völlig neue Bedrohung – unbemannte Luftfahrzeuge (Drohnen). Damit verbindet Benelli traditionelle Flinten-Technik mit modernen Anforderungen der asymmetrischen Kriegsführung.


Benelli Drone


Konzeption und Einsatzzweck


Die Idee hinter der M4 A.I. Drone Guardian ist so simpel wie effektiv: Flugroboter, insbesondere kleine FPV-(First-Person-View-)Drohnen, sind in modernen Konflikten zu einer realen Gefahr geworden. Sie können über Truppen fliegen, Aufklärung betreiben oder sogar Sprengladung abwerfen oder als sogenannte Kamikaze Versionen tragen.

Laut Benelli ist diese Flinte als „letztes Mittel“ gedacht – ein kostengünstiges, robustes und einfach zu bedienendes Werkzeug zur kinetischen Abwehr solcher Drohnen. Die Ansprache erfolgt nicht über elektronische Störungen wie Jammer, sondern über Physis: Schrotmunition trifft ein kleines Ziel im Flug.

In diesem Sinne fungiert die M4 A.I. Drone Guardian als Layer in einem mehrstufigen Gegen-UAV-System, parallel zu Laser- oder Funktechnik. 


Benelli Drone Parts


Aufbau und technische Funktionsweise


Zentrales Merkmal dieser Variante ist der Benelli Advanced Impact (A.I.)-Lauf: ein speziell optimierter Lauf mit längerem, größerem Innenprofil plus passendem Choke, der zusammen eine wesentlich verbesserte ballistische Leistung erzielt. Durch diese Kombination steigert die Waffe ihre Effektivität deutlich: Optimal wirksam ist sie im Bereich von 0 bis 50 Metern, unter Extrembedingungen kann man laut Hersteller bis zu 100 Meter erreichen – bei verblüffend hoher Präzision und Durchschlagskraft.

Wesentlich für den Lebenszyklus und die Zuverlässigkeit der Flinte ist das A.R.G.O.-System („Auto Regulating Gas Operated“). Hier sorgt ein kurzhubiger Kolben unter dem Lauf dafür, dass Gase effizient und selbstregulierend genutzt werden: Bei höherem Gasaufkommen öffnet ein Ventil und entlastet das System, was Druckregulierung, geringeren Verschleiß, hohe Präzision und über lange Serien hinweg stabile Funktion gewährleistet.

Der Lauf selbst misst 47 cm und ist in Schwarz phosphatiert, kombiniert mit einem internen 100-mm-Choke. Der Schaft besteht aus schwarzem Technopolymer und ist teleskopisch verstellbar auf eine Länge von 355 mm ab Abzug. Der Vorderschaft ist aus Ergal gefertigt, bietet M-LOK-Slots und ist für Red-Dot-Optiken nach ACRO-Standard vorbereitet.

Die Magazinkapazität ist übersichtlich, aber zweckmäßig: ein röhrenförmiger Einlegebehälter mit 6 bzw. 7 Schuss, je nach Patrone. Der Einsatz von Magnum-Kartuschen (76 mm) ist vorgesehen. Mit einem Gewicht von ungefähr 3,9 kg (bei 47 cm Lauf) ist die Drone Guardian kein Leichtgewicht, gewinnt aber Stabilität und Robustheit dadurch. Der Abzug erfordert etwa 3,3 kg Zuggewicht. 


Benelli Drone dot


Munition und ballistische Strategie


Die M4 A.I. Drone Guardian verwendet speziell entwickelte Tungsten-#4-Buckshot-Patronen. Diese sind eine Schlüsselkomponente: Die dicht gepackten, relativ großen Pellets erzeugen ein relativ kompaktes, aber dennoch voluminöses Projektilbündel, das ideal ist, um kleine, schnell fliegende Drohnen zu treffen.

Durch den fortschrittlichen A.I.-Lauf wird die Startgeschwindigkeit erhöht, und das Streumuster so optimiert, dass in den Entfernungsbereichen für Drohnen (bis etwa 50 m, in Extremsituationen bis 100 m) sowohl Präzision als auch Durchschlagskraft gegeben sind.

Diese ballistische Lösung ist nicht einfach eine Umschreibung bestehender Flintenmunition – sie ist speziell für den Zweck entwickelt, Drohnen zu „fangen“ oder zumindest mit mehreren Pellets zu beschädigen, was bei kleinen UAV´s besonders wichtig ist, da deren Strukturen zumeist leicht sind, aber fragil.


Benelli Drone soldier 3


Modellpalette & Nutzungsprofil


Die M4 A.I. Drone Guardian ist eng verwandt mit der klassischen M4 Flinte, nutzt dieselbe Plattform, ergänzt aber den spezialisierten A.I.-Lauf und ein modernes, modulareres Vorderschaft. Laut offizieller Benelli-Informationen ist die Drone Guardian bewusst als spezialisiertes Einsatzwerkzeug für militärische und behördliche Nutzer konzipiert.

In öffentlichen Quellen wurde berichtet, dass sie etwa seit 2024 auf den Markt gebracht wurde. Identifizierte Einsatzszenarien schließen den Einsatz in Infanterie-Feuerteams ein, speziell als „Waffe zur UAV-Abwehr“, ähnlich einer PDW (Personal Defense Weapon) oder einem spezialisierten Support-Waffenwerkzeug.

Außerdem anzumerken ist, dass sie bei minimalem Aufwand mit – Red-Dot-Optik, M-LOK-Zubehör – schnell an veränderte taktische Situationen angepasst werden kann. 


Benelli Drone bino


Strategie im Gesamtkontext moderner Kriegsführung


Die Einführung der M4 A.I. Drone Guardian spiegelt eine wichtige strategische Einsicht wider: Drohnen, insbesondere günstige und zahlreich einsetzbare Quadrocopter, sind inzwischen so verbreitet, dass konventionelle Defensesysteme (Radar, Jammer, Laser) allein nicht ausreichen.

Benelli verfolgt mit der Drone Guardian einen Ansatz der „letzten Verteidigungsschicht“ – eine kinetische, niedrigtechnologische aber physisch wirksame Waffe, die dort greift, wo Distanz, Sicht und Geschwindigkeit eine Drohne verwundbar machen.

Das System ist bewusst robust, wartungsarm und zuverlässig – genau die Eigenschaften, die man von einer Flinte erwartet, aber selten in einem Anti-UAV-Werkzeug findet. Durch die Kombination von bewährter Mechanik (M4-Plattform, A.R.G.O.-Gassystem) mit neuer Balistik (Advanced Impact) gelingt ein pragmatischer Mittelweg, der taktische Flexibilität ermöglicht.


Benelli Drone ballistic


Fazit


Die Benelli M4 A.I. Drone Guardian ist ein bemerkenswertes Beispiel dafür, wie klassische Waffenplattformen neu gedacht werden können, um auf moderne Bedrohungen zu reagieren. Sie vereint die Zuverlässigkeit und Robustheit der legendären M4 mit einer spezialisierten ballistischen Lösung, die gezielt gegen Drohnen ausgelegt ist.

Ihre Stärke liegt in der Kombination aus erschwinglicher, physischer Verteidigung, taktischer Anpassungsfähigkeit und technischer Innovation.

Nicht jeder Konflikt erfordert eine High-Tech-Antidrone-Lösung – aber wenn man eine Waffe braucht, die simpel, effizient und wirksam ist, wenn elektronische Abwehr ausfällt oder nicht ausreicht, könnte die Drone Guardian genau in jene Lücke stoßen, die moderne Kampftruppen dringend schließen müssen. Für Militärs, Spezialeinheiten oder sicherheitspolitisch sensible Kräfte stellt sie eine wichtige Ergänzung im Gegen-UAV-Toolkit dar.


Benelli Drone Guardian Video


Benelli im World Wide Web


Website: https://benelli.it/en/
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